brandwacht - Zeitschrift für Brand- und Katastrophenschutz

Leseproben aus der Ausgabe 3/2011



brandwacht 3/2011, Seiten 86 ff
Junge Bayern
Von Ulrike Nikola

Der mittelfränkische Ort Scheinfeld ist im Juni Treffpunkt der Jugendfeuerwehren Bayerns. 800 Teilnehmer werden zum 9. Landes-Jugendfeuerwehrtag erwartet. Löschangriff und Hindernislauf stehen auf dem Programm. Die Jugend der heimischen Feuerwehr ist besonders aktiv.

Unter dem Motto „TEAM-TOLERANZ“ steht der diesjährige 9. Landes-Jugendfeuerwehrtag im mittelfränkischen Scheinfeld.  Denn in der (Jugend-)Feuerwehr gibt es keine Unterschiede zwischen Religion, Hautfarbe oder Herkunft, weder bei den Mitgliedern noch bei den Menschen, die Hilfe benötigen. Aber es geht  bei dem landesweiten Treffen natürlich auch um Wissen, Können und Spaß: 30 Jugendfeuerwehr-Mannschaften aus ganz Bayern reisen vom 23. bis 25. Juni 2011 an, um sich im Wettkampf für die Deutsche Meisterschaft zu qualifizieren. Schon seit eineinhalb Jahren plant die Freiwillige Feuerwehr Scheinfeld im Landkreis Neustadt a. d. Aisch/Bad Windsheim das große Ereignis. Feuerwehr-Vorstand Armin Weigel gehört zu dem achtköpfigen Organisationsteam und ist für die Verpflegung zuständig. Denn rund 800 Jugendliche, Wertungsrichter, Delegierte und Besucher müssen an drei Tagen verköstigt werden. Für diese logistische Herausforderung konnte die FF der Stadt Scheinfeld den ASB und das BRK gewinnen…
…Die Scheinfelder Feuerwehr trainiert schon fleißig für das bevorstehende Ereignis. Unter der Woche wird Theorie gepaukt und am Wochenende geht es dann um die Praxis…
…Für Kommandant Dominic Treuheit ist der Landes-Jugendfeuerwehrtag sehr wichtig, „weil die Jugendarbeit für die Feuerwehren unerlässlich ist. Auf solchen Veranstaltungen wird den Jugendlichen auch die Bedeutung der Freiwilligen Feuerwehren bewusst“.

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brandwacht 3/2011, Seiten 93 ff
„Gespielter“ Unfall
Von Ulrike Nikola

Feuerwehren, Polizei, Rettungsdienst und Bergwacht befreien einen Mountainbiker aus einer misslichen Lage in der mittelfränkischen Gauchsbachschlucht. 100 Einsatzkräfte waren an einer gelungenen Übung beteiligt. „Szenario ist nicht an den Haaren herbeigezogen“.

19.31 Uhr: „Übungsalarm für die Feuerwehren Röthenbach bei Sankt Wolfgang und Wendelstein: In Röthenbach bei St. Wolfgang östlich vom Schloss Kugelhammer ist eine Person mit Mountainbike in die Gauchsbachschlucht gestürzt“. Kurz darauf treffen die örtlich zuständigen Feuerwehren, die Polizei und der Rettungsdienst aus dem mittelfränkischen Landkreis Roth ein. Gerhard Vater, der junge Kommandant der Röthenbacher Feuerwehr übernimmt die Einsatzleitung. An der Brücke des Alten-Ludwig-Kanals trifft er auf den Mitteiler, der die Retter zu der Stelle führt, an der sein Freund zwanzig Meter tief in die Gauchsbachschlucht gestürzt ist. Dann zeigt er auf ein Mädchen, das weiter oben am Weg sitzt und sich anscheinend verletzt hat, als sie mit dem Mountainbiker zusammengestoßen war…
…So sind bei dieser Großübung rund 100 Rettungskräfte im Einsatz und Willibald Milde, der 2. Bürgermeister von Wendelstein und hauptberufliche Polizist beim SEK, lobt das ehrenamtliche Engagement aller Beteiligten, das wichtig ist für die Sicherheit der Menschen in der Region: „Die Koordination der ganzen Einheiten ist bei einer solchen Übung entscheidend. Denn sowohl die Feuerwehr als auch die Bergwacht, der Rettungsdienst oder die Polizei bewältigen ihre Einsätze im Einzelnen hervorragend. Doch das Zusammenspiel aller Beteiligten muss immer wieder in Großübungen aufeinander abgestimmt werden“…

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brandwacht 3/2011, Seiten 96 und 97
Natur – Freund und Feind
Von Ivo Maruscyk

Wie die Feuerwehr Denkhof im Bayerischen Wald mit den Widrigkeiten des Jahresablaufs fertig wird (Schneechaos und Überschwemmungen). 67 Einsatzkräfte stehen für 800 Einwohner zur Verfügung. Die Feuerwehr steht auch im Mittelpunkt des gesellschaftlichen Lebens.

Stolz thront das Dörfchen Denkhof (Landkreis Passau) auf einer Anhöhe. Der Zwiebelturm der Laurentiuskirche überragt die Häuser und er ziert als Wahrzeichen des Ortes auch die Fahne der Freiwilligen Feuerwehr. Nur ein paar Meter unterhalb der Kirche findet man auch das Gerätehaus der Feuerwehr. Alles sieht neu und modern aus – im Jahr 2000 haben sich die Denkhofer den lang gehegten Wunsch eines neuen Feuerwehrhauses erfüllt…
…Da ließ sie in der Vergangenheit das Flüsschen Erlau im Tal unterhalb von Denkhof immer wieder zum Strom anschwellen. Und im August 2002, nach tagelangen Regenfällen, trat die Erlau tatsächlich mit nie zuvor erlebter Macht gegen die Menschen an. Tagelang waren die Feuerwehrmänner im Einsatz, um den Fluten an der Erlau Herr zu werden. Niederschläge anderer Art hielten die Feuerwehren im Bayer-wald dreieinhalb Jahre später auf Trab. Zwar waren die Winter hier immer schon schneereich. Aber die Schneemassen, die im Februar 2006 vom Himmel fielen, wurden zur allgemeinen Bedrohung…
…Im Dorfleben ist die Feuerwehr fest verankert…An Pfingsten etwa rückt die Feuerwehr zum „Gstanzlsingen“ bei den Hausbesitzern an. Das so genannte „Pfingstsingen“ ist hier im Bayerischen Wald fester Brauch. Die Feuerwehrleute können aber nicht nur mit Spenden für ihre Arbeit rechnen – sie müssen vielmehr die eine oder andere Dusche über sich ergehen lassen…

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brandwacht 3/2011, Seiten 110 und 111
Modernste Eishalle der Welt
Von Christine Haberlander

Das Sicherheitskonzept berücksichtigt den Brandschutz und den Schneedruck. 400 Kilogramm Schnee pro Quadratmeter sind kein Problem. Die Feuerwehr Inzell war an den Planungen beteiligt. Es wurde Vorsorge gegen Massenpanik getroffen.

Es sieht aus wie eine luftig-leichte überdimensionierte Wolke: das Dach der Max-Aicher-Arena in Inzell. Schon von weitem sticht die Eishalle ins Auge. Nicht erst seit ihrer Eröffnung ist sie zum Wahrzeichen von Inzell (Landkreis Traunstein) geworden. Es ist eine Sportstätte der Superlative, die in nur 16 Monaten errichtet wurde: 200 Meter lang und 90 Meter breit. Alle, die das für 36 Millionen Euro errichtete Stadion von außen sehen und von innen besichtigt haben, sind begeistert: Sportler, Fans, Politiker und die Inzeller selbst…
…Von Anfang an war die Freiwillige Feuerwehr Inzell in die Planungen des Brandschutzkonzepts mit einbezogen. Das Herz der Brandschutzeinrichtung ist die Brandmeldeanlage. Sie ist hinter zwei kleinen roten Türchen im Kassenraum der Max-Aicher-Arena  versteckt. Wenn einer der zahlreichen Feuermelder, die in der Halle installiert wurden, losgeht, wird gleichzeitig die Integrierte Leitstelle Traunstein alarmiert, die wiederum die FF Inzell benachrichtigt. In der Brandmeldeanlage befinden sich Laufkarten, anhand derer msn genau feststellen kann, in welchem Raum der Rauchmelder losging…
…Nach dem tragischen Hallendacheinsturz von Bad Reichenhall am 2. Januar 2006 (vgl. brandwacht 1/2006), bei dem 15 Menschen ums Leben kamen, wurde in Inzell außerdem penibel genau auf die Dachlast geachtet. Sie ist auf 400 Kilogramm Schneelast pro Quadratmeter ausgelegt. Hubert Graf, Chef des Inzeller Eisstadions, ist sich sicher: „Es gibt kein Gebäude im Landkreis Traunstein, das so eine Dachlast berücksichtigt hat. Von daher wird bei uns das Abschaufelnd es Daches nie notwendig sein. Und wenn es doch zu immensen Schneemassen kommt, dann wird das Stadion rechtzeitig gesperrt.“…

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